EWIV als Hilfsorganisation im StaRUG-Verfahren nutzen
In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit gewinnt die rechtzeitige Vorbereitung auf mögliche Krisensituationen zunehmend an Bedeutung. Wir beobachten, wie immer mehr Unternehmen in Deutschland sich mit dem Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz (StaRUG) auseinandersetzen müssen. Doch was viele nicht wissen: Es gibt eine elegante europäische Rechtsform, die als solidarische Hilfsorganisation fungieren kann – die Europäische Wirtschaftliche Interessenvereinigung, kurz EWIV. Diese besondere Organisationsform verbindet rechtliche Flexibilität mit einem tief verwurzelten Solidaritätsprinzip und kann in kritischen Situationen zum Rettungsanker werden.
Das StaRUG als neue Realität für deutsche Unternehmen
Wir erleben gerade einen fundamentalen Wandel in der deutschen Unternehmenslandschaft. Das StaRUG-Verfahren ist längst keine theoretische Möglichkeit mehr, sondern wird zur praktischen Notwendigkeit für viele Betriebe. Unternehmen sind heute mehr denn je gefordert, sich präventiv auf wirtschaftliche Turbulenzen vorzubereiten. Die Zeiten, in denen man erst bei akuter Insolvenzgefahr reagierte, sind vorbei. Stattdessen brauchen wir vorausschauende Strukturen, die im Ernstfall schnell und unkompliziert Hilfe leisten können.
Genau hier kommt die EWIV ins Spiel. Sie bietet eine Möglichkeit, bereits in ruhigen Zeiten ein Netzwerk aufzubauen, das im Krisenfall als Hilfsorganisation fungieren kann. Stellen wir uns vor: Ein Unternehmen gerät in wirtschaftliche Schieflage. Anstatt den langwierigen Weg über externe Finanzierungen zu gehen, kann eine bereits bestehende EWIV unmittelbar Unterstützung leisten.
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Die EWIV als solidarische Gemeinschaft verstehen
Die Schönheit der europäischen wirtschaftlichen Interessenvereinigung liegt in ihrer einzigartigen Struktur. Anders als klassische Gesellschaftsformen folgt sie einem Solidaritätsgrundsatz, der es ermöglicht, flexibel auf die Bedürfnisse einzelner Mitglieder zu reagieren. Das höchste Gremium, die Mitgliederversammlung, kann durch Beschluss entscheiden, wie verfügbare Mittel eingesetzt werden – selbst wenn dies von ursprünglichen Planungen abweicht.
Nehmen wir ein konkretes Beispiel: Eine EWIV plant ein gemeinsames Projekt. Die Mittel sind bereits zugewiesen. Doch plötzlich droht einem Mitgliedsunternehmen die Insolvenz. In dieser Situation kann die Mitgliederversammlung beschließen, die vorgesehenen Gelder umzuwidmen und sie zur Abwendung der Insolvenz einzusetzen. Diese Flexibilität ist einzigartig und macht die EWIV zu einem wertvollen Instrument im Kontext von StaRUG-Verfahren.
Die praktische Funktionsweise im Krisenfall
Stellen wir uns die Situation bildlich vor: Ein Unternehmer wendet sich an seine EWIV mit den Worten: „Liebe Evif, du bist ja meine Hilfsorganisation. Mir geht es schlecht wirtschaftlich. Ich brauche jetzt Geld.“ In diesem Moment zeigt sich der wahre Wert dieser Konstruktion. Die Mitgliederversammlung kann zeitnah zusammentreten und einen Beschluss fassen. Es gibt keine langwierigen Genehmigungsverfahren, keine komplexen Kreditprüfungen – nur die solidarische Entscheidung der Gemeinschaft.
Das EWIV-Ausführungsgesetz bietet hierfür den rechtlichen Rahmen. Die Vereinigung kann sowohl präventiv als auch reaktiv agieren und dabei stets die Interessen aller Mitglieder im Blick behalten.
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Mindestanforderungen und strukturelle Überlegungen
Eine häufig gestellte Frage betrifft die Mindestanzahl der Mitglieder. Theoretisch ist sogar eine Ein-Mann-EWIV möglich – wenn ein Unternehmer beispielsweise in Deutschland sein Hauptunternehmen führt und in Ungarn eine KfT als einziger Gesellschafter und Geschäftsführer gründet. Beide Einheiten können dann eine EWIV bilden, in der dieselbe Person alle Funktionen übernimmt.
Doch hier ist Vorsicht geboten. Herr Merkle und andere erfahrene Praktiker weisen darauf hin, dass eine Ein-Mann-EWIV ähnliche Risiken birgt wie eine Ein-Mann-GmbH. Die Dokumentation aller Entscheidungen muss so sorgfältig erfolgen, als würden fremde Dritte miteinander verhandeln. Andernfalls droht der Verlust der rechtlichen Vorteile. Daher empfehlen Experten wie Russ und Bus, mindestens zwei unabhängige Unternehmungen in die Struktur einzubinden.
Die Bedeutung echter Geschäftstätigkeit
Ein weiterer wichtiger Aspekt: Die beteiligten Unternehmungen müssen tatsächlich aktiv sein. Briefkastenfirmen sind nicht nur unzulässig, sondern gefährden die gesamte Konstruktion. Der Begriff der „Unternehmung“ ist zwar nicht präzise definiert, doch es muss eine erkennbare wirtschaftliche Tätigkeit stattfinden. Wie Christoph, selbst Privatpilot und Unternehmer, weiß: Es geht nicht um die Größe der Aktivität, sondern um deren Authentizität.
Es reicht nicht aus, zweimal im Jahr symbolisch Briefmarken zu kaufen. Vielmehr sollte eine echte, wenn auch möglicherweise kleine Geschäftstätigkeit im Ausland etabliert werden. Nur so bleibt die EWIV rechtssicher und kann ihre Funktion als Hilfsorganisation erfüllen.
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Professionelle Begleitung durch das Institut Peritum
Die Gründung und Strukturierung einer EWIV erfordert fundiertes Fachwissen und Erfahrung. Hier kommt das Institut Peritum ins Spiel. Die Experten dort, insbesondere Norbert Peter und Dr. Jörg Klose, haben sich auf die Gründung europäischer wirtschaftlicher Interessenvereinigungen spezialisiert. Sie begleiten Unternehmen nicht nur durch den Gründungsprozess, sondern erklären auch detailliert, wie die EWIV optimal genutzt werden kann.
Das Institut Peritum versteht die Verbindung zwischen der EWIV-Struktur und den Anforderungen des StaRUG. Die Berater dort wissen, wie wichtig es ist, bereits vor einer Krise die richtigen Weichen zu stellen. Sie helfen dabei, eine Struktur aufzubauen, die im Ernstfall schnell und effektiv reagieren kann.
Die richtige Vorbereitung als Schlüssel zum Erfolg
Wir können nicht oft genug betonen: Die beste Krisenbewältigung beginnt lange vor der Krise. Eine EWIV, die erst in der akuten Notlage gegründet wird, kann ihre Vorteile nicht voll ausspielen. Vielmehr sollte sie als langfristige Struktur verstanden werden, die kontinuierlich gepflegt und entwickelt wird. Die Mitgliederversammlung sollte regelmäßig tagen, Projekte gemeinsam planen und eine echte Solidargemeinschaft bilden.
So entsteht ein Netzwerk, das nicht nur in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Halt bietet, sondern auch in guten Zeiten Synergien schafft. Die EWIV wird zu mehr als einer rechtlichen Konstruktion – sie wird zu einer gelebten Gemeinschaft, die ihre Mitglieder trägt und stärkt.
Fazit: Die EWIV als zukunftssichere Strategie
Die Kombination aus EWIV und StaRUG-Vorbereitung bietet einen innovativen Ansatz für moderne Unternehmensstrukturen. In einer Zeit, in der wirtschaftliche Stabilität keine Selbstverständlichkeit mehr ist, brauchen wir flexible und solidarische Lösungen. Die europäische wirtschaftliche Interessenvereinigung erfüllt genau diese Anforderungen.
Sie ermöglicht es uns, präventiv zu handeln, Gemeinschaften zu bilden und im Ernstfall schnell zu reagieren. Dabei verbindet sie rechtliche Sicherheit mit menschlicher Solidarität – eine Kombination, die in unserer komplexen Wirtschaftswelt von unschätzbarem Wert ist.
Wenn Sie darüber nachdenken, Ihr Unternehmen zukunftssicher aufzustellen und eine EWIV als Hilfsorganisation zu etablieren, zögern Sie nicht. Die Experten vom Institut Peritum stehen Ihnen mit ihrer umfassenden Erfahrung zur Seite. Norbert Peter und Dr. Jörg Klose begleiten Sie durch jeden Schritt – von der ersten Idee bis zur vollständig funktionsfähigen Struktur. Lassen Sie uns gemeinsam die Weichen für eine sichere unternehmerische Zukunft stellen. Kontaktieren Sie das Institut Peritum noch heute und erfahren Sie, wie eine EWIV auch Ihrem Unternehmen neue Perspektiven eröffnen kann.
